BSE-Nachrichten der Folgewoche
05/2001 (29.01. - 04.02.2001)
So, den 28.01.2001 22:05, - n-tv-online -
Vorläufiger Stopp bei Rinder-Massentötung
Die am Wochenende begonnene Tötung einer kompletten Rinderherde aus dem sachsen-anhaltinischen Mücheln wird an diesem Montag ausgesetzt. Grund sind Kapazitätsprobleme der Tierkörperbeseitigungsanlage in Genthin, sagte ein Mitarbeiter des Krisenstabs. Wann es weitegehe, sei noch offen. Jedoch werde unverzüglich gehandelt.
Über 1.000 Rindern droht die Giftspritze wegen eines nachgewiesenen BSE-Falles in der Herde. Trotz der Massenproteste hunderter Bauern und Einwohner wurde am Samstag mit der Vernichtung des Viehbestands begonnen.
Als die ersten beiden Viehtransporter in den betroffenen Agrarbetrieb einfuhren, riefen wütende Bauern und Einwohner in Sprechchören "Mörder " und schlugen gegen die Fahrzeuge. Der Polizei gelang es, die Menge zurückzudrängen.
Die Kosten der Vernichtung muss das Unternehmen selbst tragen. Allerdings haben das Land Sachsen-Anhalt, der Kreis und die Stadt dem Unternehmen Hilfe zugesichert. Der Landrat des Kreises Merseburg-Querfurt begründete die angeordnete Massentötung mit dem schlampigen Umgang des Betriebes mit Futtermitteln. Es sei nicht eindeutig nachzuweisen gewesen, dass Rinder- und Schweinefutter in der Vergangenheit getrennt aufbewahrt und nicht miteinander vermengt worden waren. Das Schweinefutter habe Tiermehl enthalten. Und das wiederum gilt als BSE-Auslöser.
Bundesweit gibt es bis jetzt 24 bestätigte Fälle von BSE, die Rinderseuche steht im Verdacht, beim Menschen die tödliche Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auszulösen. Mehr als 2.000 Rinder sind bisher wegen eines Falles von Rinderwahnsinn getötet worden. Die Herde in Mücheln ist der größte bislang betroffene Einzelbestand.
So, den 28.01.2001 19:45, - AP (Hamburg) -
BSE-Risikomaterial möglicherweise in Speisefett verarbeitet
BSE-Risikomaterial wie Gehirn und Rückenmark ist möglicherweise in Speisefetten verarbeitet worden. Diesen Verdacht hat das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin geäußert. «Derartige Fette sind im Christstollen, in Glasuren von Backwaren und in nicht rein pflanzlicher Margarine», erklärte Ekkehard Weise, Leiter des Fachbereichs Lebensmittelhygiene, dem «Hamburger Abendblatt» (Montagausgabe).
Das Bundesinstitut habe die Länder Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen angeschrieben, wo es sechs Fettschmelzen gibt. Dort soll geprüft werden, ob bis Ende September vergangenen Jahres Gehirn und Rückenmark in Fetten verarbeitet worden ist. Gefragt habe man auch, ob das Fett nur an Lebensmittelbetriebe oder auch an Futtermittelbetriebe gegeben worden sei. Es bestehe nämlich der Verdacht, dass Milchaustauscher zur Aufzucht von Käbern unter Verwendung dieser Lebensmittelfette hergestellt worden seien.
So, den 28.01.2001 13:30, - dpa (Brüssel) -
EU-Agrarminister beraten morgen über neue Maßnahmen gegen BSE
Die Agrarminister der 15 EU-Staaten werden morgen in Brüssel über neue Maßnahmen gegen die Rinderseuche BSE beraten. In der Diskussion ist unter anderem eine Ausweitung der BSE-Tests für Schlachtrinder. Einen Test für Tiere im Alter über 24 Monate hatte die neue Ministerin für Verbraucherschutz und Landwirtschaft, Renate Künast, erst am Freitag für Deutschland vorgeschrieben. Bislang wurden nur Tiere ab einem Alter von 30 Monaten auf Rinderwahnsinn getestet. Künast trifft in Brüssel zum ersten Mal mit ihren EU- Kollegen zusammen.
Sa, den 27.01.2001 17:05, - Reuters (Berlin) -
BSE-Fall in Nordrhein-Westfalen bestätigt (23. Fall bundesweit)
Der BSE-Verdacht bei einem Rind im Kreis Wesel in Nordrhein-Westfalen hat sich nach offiziellen Angaben bestätigt.
Wie die Kreisverwaltung Wesel mitteilte, wurde bei dem 28 Monate alten Rind im Kreis Wesel durch die Bundesanstalt für Viruserkrankungen der Tiere in Tübingen eine Infektion mit der Rinderseuche BSE bestätigt. Zuvor hätten bereits Schnelltests in Münster und Krefeld Positiv-Befunde ergeben. Das Tier sei auf Grund einer nicht therapierbaren bakteriellen Erkrankung eingeschläfert worden. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der bei deutschen Rindern nachgewiesenen BSE-Fälle auf 23.
Sa, den 27.01.2001 14:30, - dpa (Sontheim) -
Neun BSE-Fälle in Bayern (22. bundeweiter Fall)
Die Rinderseuche weitet sich in Bayern weiter aus. Im Landkreis Oberallgäu hat ein Test die offene Erkrankung einer Kuh an BSE bestätigt. Das Tier war zuvor durch nervöse Reaktionen aufgefallen. Der Betrieb mit insgesamt 36 Tieren wurde sofort gesperrt und die an BSE erkrankte Kuh eingeschläfert. In Bayern gibt es damit bereits neun BSE-Fälle. In ganz Deutschland sind es 22. Ebenfalls heute waren je ein neuer BSE- Fall in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gemeldet worden.
Sa, den 27.01.2001 14:15, - In eigener Sache -
Vorstellung in der Internet Radio Show
Wir danken dem Sender Radio Eins für die Vorstellung unseres Informationsdienstes!
Sa, den 27.01.2001 12:05, - dpa (Kiel) -
Neuer BSE-Fall in Schleswig-Holstein (21. Fall bundesweit)
Zahl der BSE-Fälle auf 21 gestiegen
Die Zahl der BSE-Fälle in Deutschland ist auf 21 gestiegen. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein trat je ein Fall von Rinderwahnsinn. Das teilten heute die Landwirtschaftsministerien in Kiel und Schwerin mit. Am stärksten betroffen ist weiter Bayern mit insgesamt acht Fällen. Unterdessen demonstrieren mehr als 1000 aufgebrachte Bauern und Tierzüchter in Mücheln in Sachsen-Anhalt gegen die geplante Massentötung von Rindern. Die Tötung der Tiere soll am Nachmittag anlaufen. Auf dem betroffenen Hof war ein BSE-Fall aufgetreten.
Sa, den 27.01.2001 11:15, - AP (Schwerin) -
Zweiter BSE-Fall in Mecklenburg-Vorpommern (20. Fall bundesweit)
In Mecklenburg-Vorpommern ist ein zweiter BSE- Fall bestätigt worden. Wie das Landwirtschaftsministerium in Schwerin am Samstag mitteilte, fiel ein Kontrolltest bei einem Rind aus Groß Nemerow im Referenzlabor in Tübingen positiv aus. Das fünf Jahre alte Tier war am 25. Januar in Teterow geschlachtet worden. Damit gibt es jetzt bundesweit 20 bestätigte BSE-Fälle - acht in Bayern, je drei in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, zwei in Mecklenburg-Vorpommern und einen in Sachsen-Anhalt.
Sa, den 27.01.2001 05:45, - n-tv-online -
Alternative zu EU-weiter Massenvernichtung von Rindern gesucht
Verbraucherschutzministerin Renate Künast will sich dafür einsetzen, dass der EU-Agrarat seinen Beschluss überprüft, Millionen europäischer Rinder aufzukaufen und zu vernichten. Es gebe allerdings keine einfachen Lösungen, sagte die Grünen-Politikerin nach einem Treffen mit Vertretern von Bauern, Tierschützern und anderen Experten.
Der EU-Plan betrifft 400.000 deutsche Rinder und soll dazu dienen, den wegen BSE zusammengebrochenen Rindfleischmarkt zu stützen. Ihre Gesprächspartner hätten darauf hingewiesen, dass die "Herauskaufaktion" massiv dem Tierschutz widerspräche. Andererseits wäre der Tierschutz auch dann gefährdet, wenn die Rinder in überfüllten Ställen stehen blieben, sagte Künast.
Künast will beim Agrarministertreffen ab kommenden Montag in Brüssel versuchen, Alternativen prüfen zu lassen. Nach geltendem EU-Beschluss sei Deutschland verpflichtet, den Bauern den Rinderaufkauf anzubieten. Sie wolle nicht für eine Herauskaufaktion viel Geld aufwenden, das eigentlich für die Umgestaltung der Landwirtschaft gedacht sei. Wenn man sich allerdings gegen eine Vernichtung der Schlachtrinder verwende, bleibe die Frage der Nutzung des Fleisches. Eine Einlagerung sei ebenso problematisch wie ein Export, zumal sich kaum noch ein Empfängerland fände. Denkbar wäre es, die Vernichtung zumindest an konkrete Schritte zur Wende der Agrarpolitik zu knüpfen, sagte die Grünen-Politikerin. Eine Entscheidung über die Vernichtung der deutschen Rinder werde sie nach dem Agrarrat treffen, so Künast.
Altersgrenze für BSE-Pflichttest gesenkt
Zuvor ordnete Künast eine neue Richtlinie im Kampf gegen BSE an. Danach müssen künftig schon zweijährige Schlachtrinder auf die Seuche hin getestet werden. Die bisherige Testpflicht galt nur für Rinder über 30 Monate. Die Neuregelung soll spätestens am kommenden Mittwoch in Kraft treten soll.
Mit der Absenkung der Altersgrenze für die BSE-Tests gehe Deutschland über die Regelung der Europäischen Union hinaus, da diese die Altersgrenze bei 30 Monaten festlegt. Das Verbraucherministerium schätzt, dass durch die neue Verordnung zusätzliche 300.000 Rinder im Jahr auf die Erreger der Rinderseuche untersucht werden müssen.
Unterdessen haben landwirtschaftliche Interessenverbände die Tötung ganzer Rinderherden wegen einem nachgewiesenem BSE-Fall erneut kritisiert. Der Präsident des deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleiter, hält die Tötung der Tiere für ausreichend, die in den Jahrgängen um das infizierte Tier geboren worden sind. Weiter sagte Sonnleiter in einem ZDF-Interview, die Vernichtung einer kompletten Rinderherde sei die schlimmste Katastrophe für eine Bauernfamilie.
Fr, den 26.01.2001 22:30, - dpa (Dresden) -
BSE-Verdacht bei Kuh aus Sachsen nicht bestätigt
Der BSE-Verdacht bei einer Kuh aus Nöthnitz in Sachsen hat sich nicht bestätigt. Das teilte das Dresdner Gesundheitsministerium mit. Der Verdacht auf die Rinderseuche war nach Schnelltests vor einer Woche bekannt gegeben geworden. Auch bei drei bayerischen Verdachtsfällen gab es nach Untersuchungen bei der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in Tübingen Entwarnung. Bundesweit gibt es bisher 19 bestätigte BSE-Fälle.
Fr, den 26.01.2001 15:45, - AP (Potsdam) -
Erster BSE-Verdachtsfall in Brandenburg
Schnelltest bei Schlachttier positiv
In Brandenburg ist höchstwahrscheinlich das erste an BSE erkrankte Rind im Land entdeckt worden. Der Schnelltest bei einem zur Schlachtung nach Niedersachsen verkauften Tier aus dem Landkreis Havelland habe einen Verdacht ergeben, sagte der Sprecher des Agrarministeriums, Jens-Uwe Schade, am Freitag in Potsdam. Die vier Jahre und neun Monate alte Kuh stamme aus einer Herde mit 430 Tieren, die im Fall einer Bestätigung des Testergebnisses vollständig gekeult werde.
Die Probe sei zur Überprüfung ins Referenzlabor Tübingen geschickt worden. Das angewandte Verfahren im ersten Test funktioniere jedoch weitgehend sicher, erklärte der Sprecher. Er gehe davon aus, dass sich der BSE-Verdacht bestätigen werde.
Das Rind stammt von einem Hof durchschnittlicher Größe in Hertefeld bei Rathenow, der konventionell wirtschaftet. In den nächsten Tagen werde überprüft, welches Futter der Landwirt verwendet habe, sagte Schade. Nach seinen Angaben ist der Betrieb in der Vergangenheit bereits mit Problemen in der Milchqualität auffällig geworden. Dies deute auf «mangelnde landwirtschaftliche Solidität hin».
Fr, den 26.01.2001 14:30, - AP (Köln) -
2,44 Millionen Deutsche wegen BSE-Krise zum Vegetarier geworden
Hochgerechnet 2,44 Millionen Deutsche sind wegen der BSE-Krise und anderen negativen Nachrichten aus der Lebensmittelproduktion zu Vegetariern gewonnen. Das ergab nach Angaben des Fernsehsenders RTL in Köln vom Freitag eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für das Mittagsmagazin «Punkt 12». Vier Prozent von 500 Befragten hätten am 25. Januar angegeben, wegen der aktuellen Meldungen kein Fleisch mehr zu essen.
Fr, den 26.01.2001 14:05, - AP (Düsseldorf) -
Auch zweiter Schnelltest an Rind aus Wesel positiv
Die nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn hat die Erwartung geäußert, dass sich der erste BSE-Verdachtsfall in diesem Bundesland bestätigen wird. Höhn berichtete am Freitag in Düsseldorf, auch der zweite Schnelltest an einem im Kreis Wesel verendeten 28 Monate alten Rind sei positiv gewesen. Der endgültige Befund stehe allerdings erst fest, wenn das Referenzlabor in Tübingen Mitte nächster Woche die Untersuchung der Hirnproben des Tieres abgeschlossen habe.
Sollte sich dieser BSE-Verdacht bestätigen, wäre es bundesweit das zweite Tier in einem Alter von weniger als 30 Monaten, das mit einem Schnelltest als BSE-positiv entdeckt worden sei. Daraus ergebe sich «ganz klar die Forderung: Wir müssen alle Rinder testen, die in die Lebensmittelkette kommen», sagte Höhn.
Fr, den 26.01.2001 11:25, - Reuters (Berlin) -
Künast senkt Alter für BSE-Tests auf 24 Monate
In Deutschland müssen künftig alle Schlachtrinder von einem Alter von 24 Monaten an auf die Rinderseuche BSE getestet werden. Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) unterzeichnete nach Angaben ihres Ministeriums am Freitag eine entsprechende Verordnung. Sie geht damit über die Regelung der Europäischen Union (EU) hinaus, die Tests ab einem Alter von 30 Monaten vorsieht. Nach Schätzungen von Fachleuten müssten nun etwa 300.000 Tiere zusätzlich auf BSE getestet werden, hieß es. Die neue Verordnung sei Teil der von Künast angekündigten Maßnahmen, die sicher stellen sollten, dass in Deutschland nur noch BSE-freies Fleisch verkauft werde.
Die neue Verordnung tritt nach Angaben des Ministeriums am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft. In Deutschland ist BSE bislang an 19 Tieren nachgewiesen worden.
Fr, den 26.01.2001 11:00, - Reuters (Hamburg) -
Ministerium: Weiterer BSE-Verdachtsfall in Schleswig-Holstein
In Schleswig-Holstein ist ein weiterer BSE-Verdachtsfall aufgetreten. Landwirtschaftsministerin Ingrid Franzen (SPD) teilte am Freitag in Kiel mit, bei einer verendeten Kuh von einem Bauernhof in Segeberg habe sich bei Schnelltests der BSE-Verdacht ergeben. Die Proben seien zur weiteren Untersuchung an die Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen der Tiere in Tübingen geschickt worden. Die schwarz-bunte Kuh sei im September 1998 geboren worden und stamme aus einem Bestand mit insgesamt 101 Rindern.
In Schleswig-Holstein hatte sich im vergangenen Jahr der erste deutsche BSE-Fall bestätigt. Später waren erstmals in Deutschland in einer Herde zwei Rinder BSE-positiv getestet worden. Bislang sind in Deutschland 19 BSE-Fälle bestätigt worden.
Zwei BSE-Verdachtsfälle in Bayern bestätigten sich dagegen nicht. Das Gesundheitsministerium in München teilte mit, Gegenuntersuchungen bei zwei verdächtigen Proben aus der Oberpfalz hätten negative Befunde erbracht. Die Sperrung der Viehbestände sei aufgehoben worden. Auch seien Medienberichte über einen Verdachtsfall in Niederbayern nicht zutreffend. Im Freistaat sind allein acht BSE-Fälle nachgewiesen geworden. Gesundheitsministerin Barbara Stamm (CSU) hatte am Dienstag als Konsequenz aus einem Schweinemast-Skandal ihren Rücktritt erklärt.
Bauernpräsident Gerd Sonnleitner plädierte erneut dafür, bei Auftreten eines BSE-Falls nicht die gesamte Herde, sondern nur einen Teil der Tiere zu töten. Anders sehe es mit der erwogenen Keulung von 400.000 Rindern aus, die wegen des Preiseinbruchs als Folge der BSE-Krise in Deutschland vom Markt genommen werden sollen. Sonnleitner sagte im ZDF, es gebe Umsatzeinbußen von über 50 Prozent, die Ställe quöllen über, es stünden Tiere zum Schlachten an, die aber niemand kaufe. Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) wollte am Nachmittag mit Interessengruppen über die Aufkaufaktion beraten.
Die hessische Gesundheitsministerin Marlies Mosiek-Urbahn (CDU) forderte eine EU- und bundesweite BSE- und Scrapieüberwachung von Schafen und Ziegen. Beide Krankheiten seien miteinander verwandt, deshalb müssten Schutzmaßnahmen auch auf Schafe und Ziegen ausgedehnt werden. Dafür wolle sie sich am Montag auf der Konferenz der Verbraucherschutzminister in Bremen einsetzen.
Fr, den 26.01.2001 09:15, - dpa (Regen) -
Neuer BSE-Verdachtsfall in Niederbayern
In Bayern ist ein weiterer BSE-Verdachtsfall aufgetreten. Im niederbayerischen Landkreis Regen steht nun ein erst zwölf Monate altes Jungrind unter BSE-Verdacht, teilte das Landratsamt mit. Gestern waren bereits in Bayern, dem Saarland Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen neue Verdachtsfälle gemeldet worden. Insgesamt gibt es bislang 19 bestätigte BSE-Fälle in Deutschland, davon 8 in Bayern.
Fr, den 26.01.2001 06:30, - AP (Washington/Madrid) -
Rinderherde in Texas aus Furcht vor BSE unter Quarantäne
Zwei neue Fälle von Rinderwahnsinn in Spanien entdeckt
Im US-Staat Texas ist eine Herde von 1.000 Rindern aus Furcht vor BSE unter Quarantäne gestellt worden. Die amerikanische Lebensmittelbehörde FDA prüft, ob die Tiere möglicherweise verunreinigtes Futter gefressen haben. Wie FDA-Sprecher Lawrence Bachorik am Donnerstag mitteilte, wurde in einer texanischen Fabrik versehentlich Knochenmehl ins Futter gemischt.
Da das Knochenmehl aber von amerikanischen Kühen stamme, sei das Risiko, dass das Futter mit BSE-Erregern verseucht sei, nur ein theoretisches, sagte Bachorik. Dennoch bleibt die betroffene Herde vorläufig unter Quarantäne. «Kein Rind, das möglicherweise das Futter bekommen hat, wird in die Nahrungskette gelangen, es sei denn, die FDA entscheidet, dass es kein Problem gibt», sagte Bachorik.
Unterdessen wurden in Spanien zwei weitere BSE-Fälle entdeckt. Die beiden betroffenen Tiere stammen von Höfen in den Provinzen Avila und Zamora im Norden des Landes, wie das Landwirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Die Kühe waren vier und sechs Jahre alt.
Do, den 25.01.2001 19:45, - AP (Saarbrücken) -
Neuer BSE-Verdachtsfall im Saarland
Im Saarland ist ein neuer BSE-Verdachtsfall aufgetreten. Das Gesundheitsministerium in Saarbrücken gab am Donnerstagabend bekannt, bei einem aus einem saarländischen Betrieb stammenden und am vergangenen Dienstag in Rheinland-Pfalz geschlachteten Rind hätten die vorgeschriebenen beiden Schnelltests postive Ergebnisse erbracht. Endgültige Aufschlüsse solle die Untersuchung im Zentrallabor in Tübingen bringen, mit deren Ergebnis frühestens Anfang kommender Woche zu rechnen sei.
Es wäre der erste BSE-Fall im Saarland. Ein erstmaliger Verdachtsfall in der vergangenen Woche hatte sich nicht bestätigt. Der Viehbestand des Hofes wurde gesperrt. Das geschlachtete Rind war sechs Jahre alt.
Do, den 25.01.2001 18:45, - AP (Brüssel) -
Dritter BSE-Fall in Belgien in diesem Jahr entdeckt
Die belgischen Behörden haben am Donnerstag, den 25.01.2001 die dritte BSE-Erkrankung seit Aufnahme der systematischen Tests Anfang des Jahres bestätigt. Das erkrankte Rind gehöre zu einer Herde eines Hofs in dem ostbelgischen Ort Heer. Es war insgesamt der 22. Fall von Rinderwahn in Belgien. Bei dem vorangegangenen Fall waren alle 105 Rinder der betroffenen Herde vorsorglich getötet worden. Seit dem 1. Januar wurden rund 17.000 belgische Rinder über 30 Monate auf BSE hin untersucht.
Do, den 25.01.2001 17:30, - AP (München) -
Bayern will strengere Regeln für Futtermittel
Bayern hat eine Bundesrats-Initiative für mehr Sicherheit bei Futtermitteln angekündigt. Ziel sei ein europaweites, unbefristetes Verbot der Verfütterung, Verbringung und Verwertung von tiermehlhaltigen Futtermitteln unabhängig von Tierarten und Haltungszwecken, teilte das Landwirtschaftsministerium in München am Donnerstag mit. Ausnahmen sollten nur für Milch und Gelatine zugelassen werden. Außerdem müsse es eine Positivliste erlaubter Futtermittel und die offene Deklaration aller Mischfutter geben.
Do, den 25.01.2001 15:50, - dpa (Düsseldorf) -
Erster BSE-Verdachtsfall in Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen gibt es einen ersten BSE-Verdachtsfall. Ein Schnelltest bei einem Rind aus dem Kreis Wesel sei positiv gewesen, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Kurz zuvor waren neue BSE-Verdachtsfälle aus Niedersachsen und Bayern gemeldet worden. Insgesamt gibt es bislang 19 bestätigte BSE-Fälle in Deutschland.
Do, den 25.01.2001 15:30, - AP (Berlin) -
BSE-Tests erst sechs Monate vor Ausbruch der Krankheit positiv
Experten halten Schnelltests ansonsten aber für zuverlässig - Qualitätskontrollen der Labors nötig
Die bisher verwendeten BSE-Tests sind nach Einschätzung von Experten zwar sehr zuverlässig, haben aber noch große Nachteile. Sie schlagen erst kurz vor dem offensichtlichen Ausbruch der Krankheit bei infizierten Rindern an und es gibt bislang kein Verfahren, Rinderwahnsinn an lebenden Tieren festzustellen. Bisher gibt es im Wesentlichen zwei Methoden für den BSE-Nachweis am toten Tier. Der Veterinärmediziner Martin Groschup von der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere erläuterte diese am Donnerstag vor der Wissenschafts-Pressekonferenz in Bonn.
BSE wird nach bisheriger Kenntnis von krankhaft veränderten Eiweißmolekülen, so genannten Prionen, verursacht. Sie verklumpen sich im Gehirn erkrankter Tiere und können dort mit dem Mikroskop gefunden werden. Eine andere Methode, die auch den derzeit angewandten Schnelltests zu Grunde liegt, beruht auf der Reaktion künstlicher Antikörper mit Prionen. Die Antikörperreaktion kann bisher allerdings nicht zwischen krankhaften und gesunden Prionen unterscheiden, die ebenfalls im Körpergewebe vorkommen.
Deshalb muss ein Kunstgriff angewandt werden. Das Testmaterial aus dem Stammhirn der Tiere, wo sich die Prionen besonders konzentrieren, wird mit einem Enzym behandelt, das die gesunden Prionen auflöst, nicht aber die krankhaft veränderten. Ist der Antikörpertest dann positiv, sind BSE-Prionen die Ursache.
Von der Infektion mit BSE bis zum Ausbruch der Krankheit bei Rindern dauere es nach bisheriger Kenntnis durchschnittlich etwa fünf Jahre, sagte Groschup. Wahrscheinlich erst etwa sechs Monate, bevor die Krankheit tatsächlich ausbricht, würden die Tests positiv.
Der Präsident der Bundesforschungsanstalt, Thomas Mettenleiter, wies auf neue Untersuchungen hin, die den Schnelltests hohe Zuverlässigkeit bescheinigten. Sie seien ebenso empfindlich wie der BSE-Nachweis mittels direkten Einspritzens von infektiösem Material in das Gehirn von Mäusen. Die Tests seien allerdings eigentlich nicht für Massenuntersuchungen entwickelt und müssten noch verbessert werden. Auch müssten schnell Qualitätskontrollen für die inzwischen etwa 85 BSE-Labors in Deutschland in Gang gebracht werden.
Auf einem verwandten Feld arbeitet der Münchner Prionenforscher Hans Kretzschmar. Zusammen mit dem Nobelpreisträger Manfred Eigen vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen entwickelte er ein Verfahren, Prionen in der Rückenmarksflüssigkeit von Patienten zu erkennen, die an der mit BSE verwandten, ebenfalls tödlichen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit leiden. Ob sich die Methode, bei der Prionen mittels Laserstrahlen zum Leuchten gebracht und somit einzeln sichtbar werden, jemals zur Früherkennung der Krankheit eignen werde, sei aber noch ungewiss, sagte Kretzschmar.
AP-Korrespondent Joachim Sondermann
Do, den 25.01.2001 14:45, - AP (Magdeburg) -
Sachsen-Anhalt startet erste Rindergendatenbank bundesweit
Höppner fordert gesetzliche Regelungen -Entschließungsantrag im Bundesrat angekündigt
Als erstes Bundesland hat Sachsen-Anhalt den Aufbau einer Rindergendatenbank gestartet. Ministerpräsident Reinhard Höppner kennzeichnete am Donnerstag in der Gemeinde Ochtmersleben das erste Kalb mit dem neuen Ohrmarkensystem. «Die Datenbank befreit uns nicht von BSE», sagte der SPD-Politiker. Doch sie liefere eine Sicherheit. Der SPD-Politiker forderte schnelle gesetzliche Regelungen für alle Rinderzüchter in Deutschland und kündigte einen Entschließungsantrag im Bundesrat an.
Mit dem genetischen Fingerabdruck sei die Herkunft eines Tieres in jedem Stadium eindeutig nachzuweisen, vom Rind im Stall bis zum Steak an der Fleischtheke, sagte Höppner. Der Aufbau der Datenbank erfolge auf freiwilliger Basis. Die Anschubfinanzierung, die auf über eine halbe Million Mark geschätzt wird, zahlt das Land.
Die Datenbank soll das bisherige Identifikationssystem ergänzen. In der Europäischen Gemeinschaft müssen alle Rinder einheitlich mit zwei Ohrmarken gekennzeichnet werden. Darauf stützt sich die lebenslange Identifikation der Tiere und der Herkunftsnachweis von Fleisch. Zudem wird für jedes Rind ein Rinderpass ausgestellt.
Für die neue Ohrmarkenkennzeichnung der Kälber wird eine Gewebeprobe entnommen, die beim Landeskontrollverband Halle eingefroren in der Datenbank aufbewahrt wird, wie der Staatssekretär des Landwirtschaftsministeriums, Alois Altmann, erklärte. Die Angaben auf den Ohrmarken, den Etiketten und den Begleitpapieren der Tiere können jederzeit mit dem genetischen Fingerabdruck des Tieres verglichen werden. Für die Genanalysen ist das Landesveterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Halle zuständig. Im Gegensatz zu allen anderen Identifikationssystemen halten Experten dieses System, das in Luxemburg bereits funktioniert, für zweifelsfrei.
In die Rindergendatenbank des neuen Bundeslandes werden neugeborene Kälber aufgenommen, zu Testzwecken auch einige ältere Tiere, wie mitgeteilt wurde. Das durchschnittliche Lebensalter von Kühen liegt bei fünf bis sechs Jahren, von Bullen bei 18 Monaten. Daher gehen Experten davon aus, dass der Aufbau einer kompletten Datenbank rund fünf bis sechs Jahre dauert. In Sachsen-Anhalt wären dann etwa zwei Millionen Proben gespeichert, sagte Altmann. Der Landeskontrollverband Halle habe zwei Projektverantwortliche benannt, die die Landwirte bei der Nutzung des neuen Ohrmarkensystems unterstützen. Zudem wurden 20 Rinderzuchtbetriebe für ein Untersuchungsprojekt ausgewählt.
Do, den 25.01.2001 14:00, - AP (München) -
Neuer BSE-Verdachtsfall in Bayern
Nach acht nachgewiesen BSE-Infektionen gibt es in Bayern einen weiteren Verdachtsfall der Rinderseuche. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag in München mitteilte, war ein Schnelltest bei einem im oberbayerischen Landkreis Erding geschlachteten, vierjährigen Rind «nicht negativ». Das Landesuntersuchungsamt für das Gesundheitswesen (LUA) Nordbayern werde das Schnelltest-Ergebnis der LUA Südbayern überprüfen.
Das weibliche Rind der Rasse Fleckvieh stammt den Angaben zufolge aus einem landwirtschaftlichen Mischbetrieb mit 138 Kühen, Kälbern, Färsen und Mastbullen. Es sei am Montag in einer Metzgerei geschlachtet worden. Der Stall mit der übrigen Herde und die Schlachtstätte wurden laut Ministerium gesperrt.
Am Mittwoch war in Bayern der achte Fall von Rinderwahn bei einem vier Jahre alten Rind aus dem oberbayerischen Landkreis Dachau eindeutig nachgewiesen worden. Zurzeit gibt es neben dem BSE-Verdachtsfall in Erding zwei weitere Verdachtsfälle in der Oberpfalz
Do, den 25.01.2001 13:20, - AP (Bonn) -
BSE-Test am lebenden Tier nicht mehr in diesem Jahr
Boehringer-Tochter korrigiert Ankündigung
BSE-Tests am noch lebenden Rind sind wieder in weitere Ferne gerückt. Experten einer Tochterfirma des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim korrigierten am Donnerstag vor der Wissenschafts-Pressekonferenz in Bonn Ankündigungen von Mitte Dezember, der Test solle schon im Spätsommer 2001 einsatzbereit sein. Mit den bisherigen Methoden kann BSE nur an bereits geschlachteten Tieren und nur wenige Monate vor dem offensichtlichen Ausbruch der Krankheit nachgewiesen werden.
Die Wissenschaftler der Boehringer-Tochter Vetmedica haben nach Angaben des Biologen Matthias Giese Veränderungen im Blut BSE-infizierter Rinder gefunden. Auf dieser Basis wird ein Bluttest entwickelt, der nach den Worten des Experten nicht den BSE-Erreger nachweisen kann, wohl aber offenbar durch ihn ausgelöste Veränderungen an weißen Blutkörperchen. Das Verfahren könne wahrscheinlich eine sehr frühe Diagnose am lebenden Tier ermöglichen und würde auch verhindern, dass bei einem einzelnen BSE-Fall ganze Herden geschlachtet werden müssen.
Allerdings sei noch sehr viel Entwicklungsarbeit erforderlich. Die entdeckten Veränderungen im Blut hätten sich im Labor bei jedem nachgewiesen an BSE erkrankten Rind bestätigt, erklärte Giese. Bisher sei aber nicht bekannt, ob die Methode bereits in einem frühen Stadium einer BSE-Infektion anspreche.
Der Test werde nicht mehr in diesem Jahr zur Verfügung stehen, erklärte der Leiter Pharmazeutische Forschung und Entwicklung bei Vetmedica, der Veterinärmediziner Jürgen Dämmgen. Das Unternehmen hoffe, bis Ende des Jahres die biotechnologischen Probleme des Tests gelöst zu haben, so dass dann ein Prototyp zur Verfügung stehe. Erst dann könne durch weitere Versuche erprobt werden, inwieweit der Test in der praktischen Anwendung aussagekräftig sei. Wann das Verfahren letztlich zugelassen werde, sei nicht vorauszusagen.
Do, den 25.01.2001 13:00, - AP (Merseburg) -
Tausend Tiere werden wegen BSE-Falls in Sachsen-Anhalt getötet
Erstmals seit Auftreten des Rinderwahnsinns (BSE) in der Bundesrepublik ist eine Massentötung von Tieren angeordnet worden. Der Landrat des Kreises Merseburg-Querfurt in Sachsen-Anhalt gab am Donnerstag bekannt, die rund 1.000 Tiere eines landwirtschaftlichen Großbetriebs in Mücheln müssten getötet werden. Zu diesem Ergebnis sei eine Expertengruppe gekommen. Am Mittwoch war auf Grund einer Untersuchung der Tübinger Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten bestätigt worden, dass eines der Tiere des Bestandes BSE hatte.
Daraufhin untersuchte die von der Kreistierärztin geleitete Expertengruppe, ob man den Viehbestand der Landwirtschaftlichen Produktions- und Vertriebsgesellschaft Mücheln als zwei getrennte Herden behandeln könne. 673 Milchkühe und Kälber, bei denen das an BSE erkrankte und am 5. Januar notgeschlachtete Tier gestanden hatte, werden in einer Entfernung von acht Kilometer von 339 Mastrindern gehalten. Bei der Untersuchung habe jedoch nicht ausreichend geklärt werden können, ob die Futtermittelversorgung getrennt gehandhabt worden sei, hieß es.
Bereits am Mittwoch hatte Staatssekretär Alois Altmann vom Landwirtschaftsministerium in Magdeburg angekündigt, dass zunächst die mit dem erkrankten Rind verwandten Tiere und die Rinder des betreffenden Jahrgangs per Injektion getötet werden sollten, später der Rest des Bestandes. Als Tötungsort sei ein stillgelegter Schlachthof in Sachsen in die engere Auswahl gezogen worden. Die Entsorgung der Kadaver werde voraussichtlich in einem Betrieb in Niedersachsen erfolgen.
Do, den 25.01.2001 11:35, - dpa (Fulda) -
Milchaustauscher lösten laut Amtstierärzten BSE-Fälle aus
Infizierte Milchaustauscher für Kälber haben nach Meinung des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte die BSE-Krise in Deutschland ausgelöst. In Bayern, wo die meisten BSE-Fälle auftraten, sei jedes Kalb in den ersten zwölf Wochen damit ernährt worden, berichtete der Verband heute in Fulda. In den Milchaustauschern seien Fette gefunden worden, die BSE-Erreger enthielten. In Deutschland ist einem Verbandsvertreter zufolge noch in den kommenden zwei bis acht Jahren mit BSE-Fällen zu rechnen.
Do, den 25.01.2001 11:10, - AP (München) -
Bisher 41 falsch deklarierte Wurstwaren in Bayern beanstandet
In Bayern haben Lebensmittelkontrolleure bisher 41 Wurstwaren beanstandet, die fälschlicherweise als "rindfleischfrei" gekennzeichnet waren. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag in München erklärte, handelt es sich um 23 verschiedene Produkte, darunter auch Leberkäse. Seit Bekanntwerden des Etikettenschwindels am 22. Dezember 2000 seien in Supermärkten insgesamt 345 Proben von Wurstwaren mit der Kennzeichnung «ohne Rindfleisch» oder nachträglich geänderten Zutatenlisten genommen worden.
Die Häufigkeit der Beanstandungen nahm laut Ministerium seit Dezember stark ab. Alle falsch deklarierten Produkte seien von den Lebensmittelhändlern von sich aus aus den Regalen geräumt oder von den Überwachungsbehörden zurückgerufen worden. Bei diesen Wurstwaren hätten die zwei Landesuntersuchungsämter für das Gesundheitswesen Rinderproteine nachgewiesen.
Do, den 25.01.2001 09:30, - Reuters (Detmold) -
Neuer BSE-Verdachtsfall in Niedersachsen
In Niedersachsen gibt es nach amtlichen Angaben einen neuen BSE-Verdachtsfall. Bei einer im westfälischen Steinhagen geschlachteten Kuh aus Niedersachsen sei ein BSE-Schnelltest positiv ausgefallen, sagte ein Sprecher des Kreises Gütersloh am Donnerstag. Das im Dezember 1995 in Niedersachsen geborene Tier sei am 23. Januar geschlachtet worden. Sämtliche geschlachteten Tiere aus dem Betrieb wurden den Angaben zufolge sicher gestellt.
Eine Untersuchung des Gehirns mit einem BSE-Schnelltest im Veterinäruntersuchungsamt in Detmold am Mittwochabend sei positiv ausgefallen, hieß es. Noch am Abend seien zwei Gehirnproben in das Referenzlabor nach Tübingen und in ein Labor nach Arnsberg geschickt worden. In Arnsberg sei ein zweiter Schnelltest geplant, dessen Ergebnis noch am Donnerstag erwartet wurde. Das endgültige Resultat aus Tübingen soll am Montag vorliegen.
Do, den 25.01.2001 05:30, - AP (Sofia) -
Bulgarien verhängt Einfuhrstopp für Rinder aus Deutschland
Wegen der Rinderseuche BSE hat Bulgarien am Mittwoch ein Einfuhrverbot für Rinder aus Deutschland, Italien und Spanien verhängt. Auch deutsches und spanisches Rindfleisch und Rindfleischprodukte aus den zwei Ländern fallen unter das Verbot, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte. Mit dem Schritt will die Regierung in Sofia ein Übergreifen der Seuche auf Bulgarien verhindern.
Mi, den 24.01.2001 18:05, - Reuters (München) -
Ministerium: 19. deutscher BSE-Fall kommt wieder aus Bayern
In Bayern gibt es einen neuen BSE-Fall bei einem einheimischen Rind. Ein Anfangsverdacht bei einer 1996 geborenen Kuh aus dem oberbayerischen Landkreis Dachau habe sich bestätigt, teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in München mit. Eine Untersuchung durch die Tübinger Bundesforschungsanstalt für die Viruserkrankungen der Tiere habe ebenso wie ein vorangegangener BSE-Schnelltest ein Positiv-Ergebnis gebracht. Damit gibt es 19 Fälle der Rinderseuche in Deutschland, davon allein acht in Bayern.
Mi, den 24.01.2001 16:00, - Reuters (Magdeburg) -
BSE-Verdacht bei Tier aus Großherde in Mücheln bestätigt
Der BSE-Verdachtsfall in einer Rindergroßherde in Mücheln in Sachsen-Anhalt ist durch einen Referenztest der Bundesanstalt für Viruserkrankungen der Tiere in Tübingen bestätigt worden. Dies teilte das Landesagrarministerium in Magdeburg am Mittwoch auf Anfrage mit. Einzelheiten sollten auf einer Pressekonferenz am Nachmittag bekannt gegeben werden, hieß es. Die Zahl der bestätigten BSE-Fälle in Deutschland erhöhte sich damit auf 18.
Mi, den 24.01.2001 14:18, - dpa (Brüssel) -
Brüssel: Schärfere Regeln gegen BSE
Die EU-Kommission denkt an eine weitere Verschärfung der Maßnahmen gegen die Rinderseuche BSE. Im Wissenschaftlichen Lenkungsausschuss der EU gebe es eine «klare Orientierung», das Rückgrat von Rindern als BSE-Risikomaterial anzusehen, sagte Verbraucherschutz-Kommissar David Byrne. Sollten sich die EU-Agrarminister diese Ansicht zu Eigen machen, dürften auch keine T-Bone-Steaks aus europäischer Produktion mehr verkauft werden: Diese Steaks sind mit dem Knochen des Rückgrats verbunden.
Mi, den 24.01.2001 15:10, - dpa - AFX (Zürich) -
Roche Diagnostics übernimmt ab 1.2. Vertrieb der BSE-Tests von Prionics
Die Abetilung Roche Diagnostics der Roche Holding AG hat eine Kooperation mit der Prionics AG im Bereich der BSE-Tests vereinbart, wie Roche heute mitteilt. Danach soll Roche Diagnostics ab 1. Februar "weltweit mit wenigen Ausnahmen" den Vertrieb des BSE-Tests Prionics-Check übernehmen, der 1998 als erster spezifischer Schnelltest zur Erkennung von BSE eingeführt worden war.
Ausserdem werde Roche Diagnostics zusammen mit Prionics den Prionics-Check weiterentwickeln. Der Schwerpunkt solle bei anwenderfreundlichen Verfahren liegen, wo Roche ihre Expertise in der Test-Automation einbringen werde. Hohe Priorität habe auch die Entwicklung eines BSE-Bluttests für die Untersuchung von lebenden Tieren, so Roche./id/ASU/cs
Mi, den 24.01.2001 15:05, - dpa (Dachau) -
Neue BSE-Fälle in Bayern und Sachsen-Anhalt
In Bayern gibt es einen weiteren Fall von BSE. Die Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen in Tübingen bestätigte das positive Testergebnis bei einem Rind aus Altomünster im Landkreis Dachau. Auch bei einem Rind in Sachsen-Anhalt wurde der Verdacht auf Rinderwahnsinn bestätigt. Das Tier stammte von einem Hof in Mücheln im Landkreis Merseburg/Querfurt. Erst am Vormittag war ein Verdachtsfall in Baden-Württemberg bestätigt worden. Damit gibt es deutschlandweit jetzt 19 bestätigte Fälle von Rinderwahnsinn.
Mi, den 24.01.2001 13:30, - AP (Kiel) -
Weiterer Fall von BSE-Verdacht in Schleswig-Hostein
In Schleswig-Holstein ist ein weiterer Fall von BSE-Verdacht aufgetreten. Bei einem Rind aus Dithmarschen waren zwei Tests positiv, wie Landwirtschaftsministerin Ingrid Franzen am Mittwoch vor dem Landtag in Kiel erklärte. Die 1996 geborene Kuh musste nach einer missglückten Zwillingsgeburt eingeschläfert werden. Bei dem anschließenden Test wurde die BSE-Erkrankung festgestellt. Allerdings muss noch das nationale Fachlabor in Tübingen den Verdacht bestätigen. Die Kuh kommt aus einem Bestand von 351 Tieren.
Mi, den 24.01.2001 10:10, - Reuters (Stuttgart) -
Weiterer BSE-Fall in Baden-Württemberg bestätigt
In Baden-Württemberg ist der mittlerweile dritte BSE-Verdachtsfall des Bundeslandes bestätigt worden. Das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium teilte am Mittwoch in Stuttgart mit, die Bundesforschungsanstalt in Tübingen habe am Dienstagabend den Verdacht bei einem Rind aus dem Landkreis Reutlingen bestätigt. Das fünfeinhalb Jahre alte Tier stammt aus Baden-Württemberg und war am 12. Januar wegen einer Erkrankung getötet worden. Der betroffene Betrieb war daraufhin gesperrt worden. Die nach dem Bundesseuchengesetz vorgeschriebenen Maßnahmen sollten nun umgesetzt werden, teilte das Ministerium mit.
Die Zahl der in Deutschland bestätigten BSE-Fälle erhöht sich damit auf 17.
Mi, den 24.01.2001 08:30, - dpa (Berlin) -
Weitere BSE-Testergebnisse erwartet
In Sachsen und Sachsen-Anhalt werden am Mittwoch die endgültigen Testergebnisse für zwei weitere BSE-Verdachtsfälle erwartet.
Die Tübinger Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere soll klären, ob sich die in vorangegangenen Tests festgestellte BSE-Erkrankung bestätigt. In diesem Fall müsste der gesamte Bestand des jeweiligen Betriebs in den nächsten Tagen getötet und verbrannt werden.
Als Konsequenz aus BSE-Krise und Schweinemast-Skandal haben Verbraucherschützer eine drastische Anhebung der Strafen bei Verstößen gegen Gesetzesbestimmungen gefordert. Im Fernsehsender «Phoenix» sagte Edda Müller, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Verbraucherschutz: «Wir brauchen eine drastische Verschärfung des Strafrechts. Bislang sind Strafen im Agrarbereich doch aus der Portokasse bezahlt worden.» Auch der agrarpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Albert Deß, befürwortete strengere Gesetze, vor allem aber eine stärkere Kontrolle bei der Agrarproduktion.
Mi, den 24.01.2001 03:30, - dpa (Berlin/Hannover) -
Niedersachsen stellt zehn Millionen Mark für BSE-Krise bereit
Als Konsequenz aus der BSE-Krise wird das Land Niedersachsen betroffene Landwirte mit einem zehn Millionen Mark umfassenden Programm unterstützen. Das wird Ministerpräsident Sigmar Gabriel nach dpa-Informationen heute im Landtag ankündigen. Damit soll vor allem der Preisverfall bei Rindfleisch ausgeglichen werden.
Di, den 23.01.2001 20:35, - AP (Offenbach) -
Kräftige Preissteigerung bei Schuhen und Lederwaren erwartet
Als Konsequenz aus der BSE-Krise ist bei Schuhen und Taschen aus Leder zur kommenden Wintersaison mit kräftigen Preiserhöhungen zu rechnen. Der Geschäftsführer vom Schuhinstitut in Offenbach, Philipp Urban, sagte am Dienstag, im Winter erwarte er bei Schuhen aus Rinderleder Preisanstiege zwischen zwei und zehn Prozent. Grund sei die Verknappung von Leder infolge der BSE-Krise. Bei Winterschuhen gebe es wenig Alternativen zu diesem Material, sagte Urban weiter.
Der Geschäftsführer sprach sich zugleich dafür aus, bei einer möglichen Massenschlachtung von 400.000 Rindern die Häute nicht zu vernichten, sondern auf den Markt zu bringen. Im Sommer würden die Preise für Schuhe noch «im Großen und Ganzen» stabil bleiben.
Di, den 23.01.2001 17:05, - Reuters (Hannover) -
Bundesratsinitiative für härtere Strafen bei Etikettenschwindel
Niedersachsen will über eine Bundesrats-Initiative härtere Strafen für die falsche Etikettierung von Lebensmitteln erreichen. Die SPD-Regierung beschloss nach eigenen Angaben am Dienstag in Hannover einen Vorstoß in der Länderkammer, damit das vorsätzlich fehlerhafte Deklarieren künftig als Straftat gelten und mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden kann. Bislang hat Etikettenschwindel wie fehlende Angaben über die Verwendung on Rindfleisch in Wurstwaren als Ordnungswidrigkeit lediglich ein Bußgeld zur Folge.
Für eine Verschärfung der Kennzeichnungsverordnung für Lebensmittel scheine eine Mehrheit der Länder sicher zu sein, teilte die Regierung in Hannover mit. In mehreren Bundesländern hatten die im Zuge der BSE-Krise verschärften Kontrollen Verstöße gegen die vollständige Kennzeichnung der Lebensmittel ergeben.
Di, den 23.01.2001 15:00, - n-tv-online -
Bayerische Gesundheitsministerin Stamm gibt auf
Die bayerische Gesundheitsministerin Barbara Stamm ist zurückgetreten. Stamm waren Versagen in der Schweinemast-Affäre und Fehler in der BSE-Krise vorgeworfen. Die CSU-Politikerin erklärte ihren Rücktritt nach einer Kabinettssitzung der bayerischen Landesregierung.
Erst vor einer Woche hatte Ministerpräsident Edmund Stoiber der Ministerin die Verantwortung für Verbraucherschutz entzogen und ein eigenes Ressort für diesen Bereich eingerichtet. Stamm wiederholte nach ihrem Rücktritt, sie habe sich persönlich nichts vorzuwerfen. Sie sei aus eigener, freier Entscheidung zurückgetreten und fühle sich erleichtert, sagte Stamm.
Vorwürfe gegen Stamm: BSE-Bekämpfung
Der SPD-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Franz Maget, forderte vor Stamms Rücktritt Aufklärung über den angeblichen "Druck" von unbekannter Seite, mit dem Gesundheitsministerin Barbara Stamm einen umstrittenen Brief in der BSE-Affäre entschuldigt hat.
Stamm hatte sich im vergangenen Jahr in Schreiben an die Bundesregierung gegen die Herausnahme von Risikomaterial aus der Futter- und Nahrungskette ausgesprochen, die von der EU vorgeschlagen worden war. Das Schreiben begründete Stamm mit "Druck", der allerdings von der Agrarlobby ausgeübt worden sei.
Maget forderte den bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber auf, "Ross und Reiter" zu nennen oder selbst die Verantwortung zu übernehmen. Nach Ansicht des SPD-Fraktionschefs ist der Eindruck entstanden, "die bayerische Staatsregierung könne durch Unbekannte derart unter Druck gesetzt werden, dass sie Briefe und Positionen formuliere, die nicht ihre eigenen seien".
Di, den 23.01.2001 14:30, - Reuters (Riad/Berlin) -
Importstopp für deutsche Rinder verhängt
Saudi-Arabien und Russland haben aus Furcht vor BSE-Erregern Import-Stopps für lebende Rinder aus Deutschland verhängt. Die saudiarabische Industrie- und Handelskammer in Riad erließ am Dienstag eine auch für lebende Rinder aus Spanien geltende Anordnung für Händler und Importeure. Russland beschränkte sein Importverbot auf lebendige Rinder aus Bayern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Eine Sprecherin des Bundesagrarministeriums sagte, der Importstopp gelte zunächst bis auf Widerruf. Die Rinderseuche BSE steht in Verdacht, beim Menschen eine tödliche Variante der unheilbaren Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) auszulösen.
Saudi-Arabien untersagt bereits seit Jahresbeginn den Import von Rind- und Hammelfleisch aus der Europäischen Union (EU). Russland verbot im Dezember die Einfuhr lebender Rinder aus den Niederlanden und beschränkte Rindfleisch-Importe aus Portugal, Irland, Frankreich, Großbritannien und der Schweiz.
In den drei mit dem russischen Importstopp belegten Bundesländern hatten sich in jüngster Zeit BSE-Verdachtsfälle bestätigt. Das russische Agrarministerium teilte unter Berufung auf den Chef-Veterinär mit, die Überprüfung einheimischer Rinder habe gezeigt, dass die Rinderseuche in Russland noch nicht aufgetreten sei. Das Agrarministerium teilte mit, russische und deutsche Experten hätten sich vergangene Woche in Berlin auf gemeinsame Maßnahmen zur Eindämmung der Rinderseuche verständigt. Dazu gehöre auch eine verstärkte Fleisch-Kontrolle.
Bislang wurde in der Bundesrepublik bei 16 Rindern der BSE-Verdacht offiziell bestätigt. Die Sprecherin des Agrar- Ministeriums sagte, im Dezember vergangenen Jahres seien insgesamt 1591 lebende Rinder exportiert worden, "ein kleiner Teil" davon nach Russland. Zur Anzahl der nach Saudi-Arabien exportierten Rinder konnte das Ministerium zunächst keine Angaben machen.
Di, den 23.01.2001 10:15, - AP (Berlin) -
Verbot für BSE-Hochrisikomaterial bei Arzneimittelherstellung
Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums in Vorbereitung
Die Verwendung von Rinderteilen mit BSE-Risiko in der Arzneimittelherstellung wird in Kürze verboten. Das hat das Bundesgesundheitsministerium am Dienstag angekündigt. Mit der Rechtsverordnung sollen Hochrisikomaterialien von der Pharmaproduktion ausgeschlossen werden und die Einfuhr von Arzneimitteln, die mit solchen Bestandteilen hergestellt wurden, verboten werden.
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) erklärte: «Wir wissen nicht genau, in welchem Ausmaß die Rinderbestände tatsächlich von BSE betroffen sind. In dieser Situation wollen wir bei der Herstellung von Arzneimitteln Risiken für die menschliche Gesundheit so weit wie möglich ausschließen.»
Die BSE-Tests seien ein notwendiges Element des Verbraucherschutzes, könnten jedoch nur Infektionen in einem relativ fortgeschrittenen Stadium erkennen, teilte das Ministerium weiter mit. «Bestimmte Gewebe beziehungsweise Organe können auch schon in früheren Stadien in nicht unerheblichem Umfang mit BSE-Erregern belastet sein», hieß es weiter. Deshalb gelten Gehirn und Rückenmark vor allem lymphatische Organe wie die Mandeln, Thymusdrüse und Milz, außerdem der Darm als Hochrisikomaterialien.
Di, den 23.01.2001 09:35, - n-tv-online -
Bayerische Gesundheitsministerin Barbara Stamm zunehmend unter Druck
Die bayerische Gesundheitsministerin Barbara Stamm ist nach Zeitungsberichten schon seit mehr als zwei Jahren über illegale Praktiken in der Schweinemast informiert. Die CSU-Politikerin habe sich deswegen im Dezember 1998 mit dem europäischen Tierärztepräsidenten Karlheinz Simon und dessen bayerischem Kollegen Günter Pschorn getroffen. Das berichtet die "tageszeitung".
Die Tierärztevertreter hätten bei dem Treffen "sehr nachdrücklich" auf die Zustände und Möglichkeiten zur Abhilfe hingewiesen, sagte Simon nach Angaben der "taz".
Nach Berichten der "Süddeutschen Zeitung" machte die Tierärztekammer der Ministerin außerdem in einem Schreiben vom 30. August 1999 detaillierte Vorschläge zur Bekämpfung des Handels mit verbotenen Arzneimitteln. Der Brief sei ohne Antwort geblieben.
Stamm selbst wies jede Verantwortung zurück. Für die tierärztliche Aufsicht seien die Bezirksregierungen verantwortlich, erklärte sie in München. Sie habe veranlasst, eine Übersicht zusammenzustellen, wie in der Vergangenheit kontrolliert wurde. Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) wollte zu den Vorwürfen nichts sagen. Er will zunächst einen Bericht der Ministerien abwarten.
Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast kündigte an, sie wolle den Markt für Tierarzneimittel genau unter die Lupe nehmen. "Jeglicher illegale Einsatz von Tierarzneimitteln und antibiotischen Futtermittelzusatzstoffen ist kein Kavaliersdelikt", sagte die Grünen-Politikerin.
Mo, den 22.01.2001 21:45, - n-tv-online -
Sachsen-Anhalt: Erstmals Großherde gefährdet
Nach einem BSE-Verdachtsfall steht in Sachsen-Anhalt möglicherweise erstmals eine Rinder-Großherde vor der Vernichtung. Das Agrarministerium in Magdeburg prüft derzeit, on nach einer Bestätigung des Verdachts alle 950 Tiere des Hofes im Landkreis Merseburg-Querfurt getötet werden müssen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) äußerte sich unterdessen skeptisch, dass die von der EU geplante Massenschlachtung von 400.000 deutschen Rindern zur Preisstabilisierung verhindert werden könnte. Es würde schwierig werden, sich dem europäischen Druck zu entziehen.
Mo, den 22.01.2001 21:30, - n-tv-online -
Tiermehl im Wildfutter
Die Hälfte von an Wildfütterungsstellen in Baden-Württemberg gezogenen Futterproben ist mit Tiermehl verseucht. Dies berichtete das Fernsehmagazin "Report". Fünf von zehn Proben seien positiv gewesen. Die Proben seien im Ortenaukreis und im Landkreis Rastatt gezogen werden. In den nächsten Tagen wolle Landwirtschaftsministerin Gerdi Staiblin den Einsatz von Tiermehl in der Wildfütterung verbieten.
Mo, den 22.01.2001 19:10, - ap (Berlin) -
Verbraucherschutz offiziell im Landwirtschaftsministerium
Der Verbraucherschutz ist nun auch offiziell im Bundeslandwirtschaftsministerium angesiedelt. Bundeskanzler Gerhard Schröder unterzeichnete einen entsprechenden Organisationserlass und schickte ihn ans Kabinett, wie Regierungssprecherin Charima Reinhardt am Montag in Berlin mitteilte.
Damit wird das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft gebildet. Ihm werden aus dem Geschäftsbereich des Gesundheitsministeriums die Zuständigkeiten für Verbraucherschutz und Veterinärmedizin übertragen. Das Ministerium ist federführend zuständig für die «grüne Gentechnik». Dazu kommt aus dem Geschäftsbereich des Wirtschaftsministeriums die Zuständigkeit für Verbraucherpolitik einschließlich der Zuwendungen an die Stiftung Warentest. Auch wird das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) in den Geschäftsbereich des Ministeriums von Renate Künast verlagert.
Mo, den 22.01.2001 14:45, - n-tv-online -
Regierung will Fleischindustrie unterstützen
Die wegen der BSE-Krise angeschlagene Fleischindustrie soll offenbar erste Hilfen von der Bundesregierung erhalten. Man habe die Zusage erhalten, dass Beschäftigte statt bisher sechs Monate künftig bis zu 24 Monate Kurzarbeitergeld erhalten können, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, in Berlin.
Wegen des Absatzeinbruchs beim Fleisch arbeiteten zurzeit 4.000 Beschäftigte kurz. Sollte die Absatzkrise andauern, seien bis zu 40.000 Stellen bedroht, sagte Möllenberg. Am Rande der Agrarmesse "Grüne Woche" forderte er einen Runden Tisch mit Betrieben, Bauern, Banken und Regierung, um eine Pleitewelle zu verhindern.
Mo, den 22.01.2001 12:40, - Reuters (Berlin) -
EU-Haushaltskommissarin Schreyer fürchtet wegen BSE Kürzung von EU-Projekten
EU-Haushaltskommissarin Michaele Schreyer (Grüne) schließt wegen der BSE-Krise Einsparungen bei anderen Ausgaben der Europäischen Union nicht aus. Schreyer kündigte am Montag in Berlin einen Nachtragshaushalt von 971 Millionen Euro (1,89 Milliarden Mark) für BSE-Kosten an. Sie machte zugleich deutlich, dass diese Summe für die Vernichtung BSE-gefährdeter Rinder möglicherweise nicht ausreichen werde, der Agrarhaushalt damit jedoch ausgeschöpft sei. Um weitere Mittel bereitzustellen, müssten die Finanzminister dann Einsparungen in anderen Bereichen beschließen, sagte Schreyer.
Schreyer sagte, der Nachtragsetat betreffe die Umsetzung der im Dezember vom EU-Agrarrat getroffenen BSE- Beschlüsse. Von den 971 Millionen Euro sollten 700 Millionen als Ausgleichszahlungen für die Tötung von zwei Millionen Rindern in der EU aufgewandt werden, um den zusammengebrochenen Rindfleischmarkt zu stützen. Weiter sollten durch den Nachtragshaushalt BSE-Tests und Interventionskäufe auf dem Rindfleischmarkt finanziert werden.
Schreyer sagte, die zu erwartenden Nachfrageausfälle seien jedoch höher als im Dezember erwartet, so dass möglicherweise auch mehr Mittel für die Ausgleichszahlungen nötig werden könnten. Dies hänge aber davon ab, wie sich der Rindfleischpreis entwickle, an den die Ausgleichszahlungen gebunden würden. Sie plädiere dafür, dass sich die Finanzminister mit der Frage befassten, wie weitere Zahlungen finanziert werden könnten. Das Haushaltssicherungsgesetz sehe vor, dass in diesem Fall Einsparungen in anderen Bereichen beschlossen werden müssten.
In Deutschland könnte durch die EU-Mittel die Vernichtung von 400.000 Rindern finanziert werden. Die neue Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) hat in dieser Frage aber noch keine Entscheidung getroffen. Schreyer rief die Bundesregierung auf, schnell zu entscheiden. Das EU-Programm sieht nach ihren Angaben eine Antragsfrist bis zum 30. Juni vor. Sie nannte Überlegungen, statt der Tötung der Rinder das Fleisch zu exportieren, eine Illusion. Im Ausland lecke sich niemand die Finger nach dem Fleisch, das Deutschland niemand wolle.
Schreyer forderte als Konsequenz aus der BSE-Krise Maßnahmen der EU, die auf eine Agrarreform zielten. Wenn es bei den Fleischproduzenten keine Reformen gebe, sei sie nicht zu höheren Zahlungen an die Bauern bereit. Deutschland setze die im EU-Recht vorgesehene Möglichkeit bislang nicht um, Subventionen an Auflagen etwa im Umweltbereich zu binden oder von Großbetrieben zu anderen Empfängern umzuschichten.
Mit Blick auf den Wechsel im Agrarministerium von Karl-Heinz Funke (SPD) Künast sagte Schreyer, Deutschland werde in solchen Fragen hoffentlich "nicht mehr im Bremserhäuschen" sitzen. Künast (Grüne) will den Anteil der Ökolandwirtschaft in den nächsten Jahren von jetzt drei auf zehn Prozent erhöhen. In Deutschland sind bisher 16 BSE- Fälle besttätigt worden. Am Wochenende waren drei neue BSE-Verdächtsfälle aufgetaucht, zwei in Bayern und einer in Sachsen-Anhalt.
Mo, den 22.01.2001 12:25, - Reuters (Magdeburg) -
Sachsen-Anhalt prüft Tötung von Großherde unter BSE-Verdacht
Das Agrarministerium von Sachsen-Anhalt prüft nach dem ersten BSE-Verdachtsfall in einer Großherde, ob nach einer Bestätigung des Verdachts alle 950 Tiere getötet werden müssen. Endgültig werde der zuständige Landkreis Merseburg-Querfurt bei Halle darüber entscheiden, ob eventuell nur ein Teil der Herde gekeult werde, teilte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag in Magdeburg mit. Der Landkreis sei auch für alle Maßnahmen nach dem Tierseuchenrecht verantwortlich. Agrar-Staatsekretär Aloys Altmann wollte am Nachmittag den betroffenen Großbetrieb in Mücheln besuchen.
Endgültige Gewissheit, ob die am 5. Januar eingeschläferte Kuh tatsächlich an der Rinderseuche BSE erkrankt ist, wird frühestens Mittwoch von der Referenzprobe der Tübinger Bundesanstalt für Viruskrankheiten der Tiere erwartet. Zwei BSE-Schnelltests hatten ein positives Ergebnis gebracht.
Der Wert der Herde liegt nach Angaben der Ministeriumssprecherin bei über einer Million Mark. Für die möglicherweise notwendig werdende Tötung der Tiere werde das wegen des BSE-Verdachtfalls gesperrte Unternehmen aus der Tierseuchenkasse entschädigt. Kein Geld gebe es dagegen für die Einnahmeverluste aus dem verbotenen Milchverkauf. Die Milch werde nach dem Melken abtransportiert und vernichtet. Das Unternehmen beziffert seine Einnahmeausfälle allein durch die Vernichtung der Milch auf täglich 6000 Mark.
Mo, den 22.01.2001 10:45, - n-tv-online -
EU-Agrarkommissar Fischler: Deutschland könnte Europa-Meister im Öko-Anbau werden
Der Agrarkommissar der Europäischen Union Franz Fischler hält eine Steigerung des Marktanteils von Produkten aus ökologischem Anbau auf 20 Prozent für realistisch. Damit könnten die Deutschen Europameister werden, sagte Fischler der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Allerdings müssten dazu die großen Handelsketten mit ins Boot genommen werden. Allein mit klassischer Öko-Vermarktung über den Wochenmarkt- oder den Ab-Hof-Verkauf werde man nicht weiter kommen, meinte Fischler. Der Absatz entstehe nur dadurch, dass Bio-Produkte in den normalen Supermärkten angeboten würden.
Der EU-Kommissar verwies zugleich darauf, dass auch die konventionellen Höfe eine Zukunft hätten. Selbst wenn Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast ihr Ziel erreiche, wirtschafteten immer noch vier Fünftel der Bauern konventionell.
Öko-Branche zuversichtlich
Die deutschen Ökoproduzenten erwarten wegen der BSE-Krise einen noch nie da gewesenen Nachfrageboom. Die Branche rechne mit einem Umsatzwachstum von jährlich über 20 Prozent, sagte der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau (AGÖL), Klaus-Peter Wilbois, der "Berliner Zeitung". Langfristig würden die Preise für Ökoprodukte sich auf 20 bis 25 Prozent über den Preisen für Standardprodukte einpendeln.
Die AGÖL vertritt als größte Produzentengemeinschaft für ökologischen Landbau über 80 Prozent aller Ökobetriebe in Deutschland.
Mo, den 22.01.2001 09:45, - dpa (Berlin) -
EU-Haushaltskommissarin Schreyer kündigt Nachtragshaushalt wegen BSE-Krise an
EU-Haushaltskommissarin Michaele Schreyer hat wegen der BSE-Krise einen Nachtragshaushalt angekündigt. Darin sollen unter anderem die Kosten für die Ko-Finanzierung der BSE-Schnelltests und der Wertausgleich für die Bauern enthalten sein, erläuterte sie am Morgen im ZDF. Allein für die Vernichtung des derzeit unverkäuflichen Rindfleisches müssten 1 Milliarde Euro zusätzlich einkalkuliert werden. Am Wochenende waren Schätzungen bekannt geworden, wonach Deutschland die Rinderseuche rund 1,6 Milliarden Mark kosten könnte.
Mo, den 22.01.2001 09:35, - dpa (Berlin) -
BSE-Problem ist in den Griff zu bekommen
Deutschland kann das BSE-Problem laut der Arbeitsgemeinschaft deutscher Rinderzüchter bald in den Griff bekommen. Ihr Geschäftsführer, Klaus Meyn, sagte im ZDF, er rechne nicht mit einer so großen Zahl von BSE-Fällen in Deutschland wie in England. In Deutschland habe man das Problem schneller erkannt und früher reagiert. Indes will sich Sachsens Regierung heute mit dem ersten BSE-Verdachtsfall im Freistaat befassen. Sollte sich der Verdacht bei der Kuh aus einer Milchviehanlage in Nöthnitz bestätigen, werden alle 310 Rinder aus dem Bestand getötet.
Mo, den 22.01.2001 09:00, - WOCHENWECHSEL! -
BSE-Nachrichten der Vorwoche 03 (15.01. - 21.01.2001)
BSE-Nachrichten
der Vorwoche 03/2001 (15.01. - 21.01.2001)
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